Alter Indianer: 1974 Piper Cherokee Warrior

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Meine 74er Piper Cherokee Warrior ist ein Familienmitglied seit mein Vater sie 1978 kaufte. Damals war das eine große Sache für mich als Jugendlichen. Für die Interessierten: Die Maschine ist eine PA-28-151, was bedeutet, dass sie zur ersten Version der populären “Warrior”-Baureihe gehört, die damals noch “Cherokee Warrior” hieß. Etwas später kam dann die PA-28-161, die bis auf den 10 PS stärkeren und höher verdichteten Motor identisch ist und sich nur in wenigen Details unterscheidet.

Man erkennt die 150-PS-Version u.a. daran, dass sie noch den altmodischen Türoffner (innen) à la “VW Käfer” hat. Als PA-28-161 “Cadet” gab es noch eine Trainerversion ohne Gepäckraumtür. Die PA-28-161 wurde bis vor wenigen Jahren gebaut, heute stellt Piper nur noch die PA-18-181 “Archer” her, die fast baugleich ist aber mit dem O-360-Triebwerk mit 180 PS deutlich bessere Flugleistungen hat. Aber auch die 150-PS-Version hat einen Vorteil: Der niedrig verdichtete O-320-E3D fliegt problemlos und legal mit Mogas.

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Die Warrior war die erste PA-28, die den neuen gestreckten Flügel bekam, der ihr wesentlich bessere Flugeigenschaften verlieh als sie die “Hershey Bar”-Cherokees der 60er noch hatten. “Hershey Bar” wegen der dicken, kurzen Flügel, die an den bekannten US-Schokoriegel erinnerten! Die Maschine hat einen 150 PS starken Lycoming O-320 und fliegt mit 182 Litern Sprit in den beiden Tanks mindestens 5 Stunden plus 40 Minuten Reserve.

Piper Cherokee Warrior in flight over Bavarian Alps, 2007
Das Flugzeug ist für kontrollierten Sichtflug ausgerüstet und verfügt über ein modernes IFR-taugliches Garmin GNS430, ein GPS-/NAV-/ILS-/COM-System, das auch ILS-Präzisionsanflüge zuläßt. Weitere Ausstattung: FS-450 Fuel Computer, GMA340 Aufschaltanlage, Intercom und Marker Beacon-Empfänger, GTX330 – ein digitaler Mode-S-Transponder mit Außentemperaturfühler zur Anzeige der Dichtehöhe und ein PCAS MRX-Kollisionwarngerät.

Neuestes Feature (Juni 2008): ein zweiachsiger Autopilot, Typ S-TEC 30 mit GPSS-Funktion (Autopilot kann direkt den digitalen Signalen aus dem GPS-Navigator folgen – also etwa eine programmierte Route oder einen GPS-Approach abfliegen.

 PLUS

Einfaches, sicheres und zuverlässiges Allround-Flugzeug
Sehr einfach zu fliegen und zu landen
Ausreichend große Kabine und niedriger Lärmpegel
Fliegt mit Mogas (-151-Version ohne Modifikationen, -161-Version und andere nur mit Mod.)
Nice range

MINUS

Nicht genug Power um mehr als 2 Leute sicher über die Alpen zu transportieren
Ein bißchen langsam, vor allem für fortgeschrittene Piloten

Wettbewerb

Cessna 172 Skyhawk (besser bei Kurzstart und Kurzlandung, lautere Kabine … sonst sehr ähnlich)
Robin 3000 (360-Aussicht, guter Flügel aber französische Ergonomie ;-))
Socata TB9 (zwei Türen, ähnliche Performance, schlechtere Verarbeitung als Warrior, Auto-ähnliches Cockpit-Design)
Beech Sierra (klobiger, größere Kabine, ähnliches Konzept – aber zwei Türen!)

Die nächste Stufe

Grumman Tiger (180 PS, schneller als eine Archer, bessere Aerodynamik, kleinere Kabine)
Piper PA-28-181 Archer (Steigrate und Nutzlast besser als Warrior, ein bißchen schneller)
Mooney M20J (200 PS, Einziehfahrwerk, schnelles und effizientes Reisewerkzeug mit enger Kabine)
Cessna 182 (235 PS, hohe Nutzlast, gute Speed und Recihweite, sehr hohe Zuladung)
Cirrus SR20 (Glascockpit und meist hervorragend ausgestattet, schnell und effizient, nicht gut auf kurzen Pisten, teuer)

 

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About Author

1995-2002 Redakteur und Chefreporter bei fliegermagazin, 2004-2008 Chefredakteur des Airbus-Magazins "Planet Aerospace". Seit 2002 Buchautor und freiberuflicher Luftfahrtjournalist. Privatpilot mit IR Rating.

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