Abakus und Leberkäse

Willkommen in Augsburg, wir begrüßen Sie in München!

Wenn es nach dem Willen von Münchner Politikern geht, dann sollte Augsburg, 55 Kilometer von der Landeshauptstadt entfernt, vielleicht am besten eingemeindet werden. Damit ließe sich offenbar das Problem der Allgemeinen Luftfahrt in der Stadt lösen, die sich gern selbst als “Silicon Valley” Deutschlands (“Laptop und Lederhose”) stilisiert, breitenwirksamer aber mit der Tourismusparole “Weltstadt mit Herz” wirbt. Herz? Vielleicht, nur für wen? Piloten können jedenfalls nicht gemeint sein.

Wörtlich heißt es in einer Pressemitteilung der Bayerischen Staatskanzlei vom 9. Dezember 2008 (Zitat):

 … Minister Zeil erläutert, dass die sogenannte Region 14 im gesamtbayerischen Interesse schon den internationalen Verkehrsflughafen München vorhalte und auch den mit seiner vorgesehenen Erweiterung verbundenen Flächenverbrauch und Siedlungsdruck trage. In der Region lägen zusätzlich der Sonderflughafen Oberpfaffenhofen und die Sonderlandeplätze Dachau-Gröbenried, Jesenwang, Moosburg und Oberschleißheim. In den angrenzenden Planungsregionen könnten ferner die über Autobahnen gut an die Landeshauptstadt angebundenen Verkehrslandeplätze Augsburg, Landshut und Manching zur luftverkehrlichen Erschließung Münchens beitragen.

Lassen Sie uns einmal fiktiv München mit einem typischen ein- oder zweimotorigen Flugzeug anfliegen, so wie es in Europa, den USA, Australien oder vielen anderen Teilen der Welt typisch ist für selbstfliegende Geschäftsleute. Das sind die Alternativen, die Sie als Pilot der Allgemeinen Luftfahrt (jedenfalls solange Sie nicht Lear Jet fliegen) in München haben:

1. Landshut. 70 Kilometer von München entfernt, ein Flugplatz ohne öffentlichen Verkehrsanschluß. Zur Infrastruktur: Sie können Ihr Flugzeug dort nicht mit Kreditkarte selbst betanken (EC-Karte geht mit einigem Aufwand, , aber nicht am Tankautomaten). Hangarierungsmöglichkeit: Fehlanzeige. Instrumentenanflug: nein. Wenn das Flugplatzrestaurant Montags geschlossen ist, gibt es noch nicht einmal eine Toilette. Selbst in das Stadtzentrum von Landshut sind es fast zehn Kilometer. Von dort könnte man sich mit dem Taxi abholen und zum Landshuter Hauptbahnhof bringen lassen. Dann mit dem Zug nach München, etwa eine Stunde. Toll.

Fazit: Die Hauptstadt Niederbayerns hat zwar einen Verkehrslandeplatz, dieser ist aber für Flüge nach München ungeeignet. Außerdem nützt ein GA-Airport ohne IFR Approach nur Rund-Fliegern etwas, nicht aber Geschäftsleuten.

2. Augsburg. 55 Kilometer von München an der Autobahn Richtung Stuttgart gelegen. Dort gibt es schon mal einen Bus in die Stadt, und sogar einen Mietwagen! In 50 Minuten ist man auf der Autobahn in München, der Hauptstadt Bayerns. Außer die Autobahn ist verstopft und überlastet, was ständig vorkommt. Vorteile: Ein professionelles Umfeld (man kann sogar mit Kreditkarte tanken, mitten in Europa!) und ein IFR-Anflug.

Fazit: Der Flughafen ist okay, aber das Münchner Politiker den Augsburger Flughafen als GA-Flugplatz für München empfehlen ist ein Witz, und peinlich obendrein. Für Münchner Piloten ist EDMA zudem viel zu weit weg. Dann ist es wohl besser, gleich nach Augsburg zu ziehen, wenn man regelmäßig fliegen will. Dann lerne ich aber auch schwäbisch. Warum empfehlen sie uns nicht auch den Augsburger Hauptbahnhof für unsere Bahnreisen?

3. Jesenwang. Ein privater Platz mit einer extrem kurzen Bahn, ungeeignet für Zweimots sowie wie für schwerere Einmots oder bei  höherer Zuladung.

Fazit: absolut unbrauchbar als GA-Lösung für München. Keine Abstellflächen, keine Transportmöglichkeiten, … nichts! Man könnte aber per Anhalter nach München fahren. (Den Koffer – mit dem Laptop! – kann man ja per Post voraus ins Hotel schicken …)

4. Oberschleißheim. Der am nördlichen Stadtrand von München gelegene Traditionsflugplatz wird von manchen Münchner Politikern ebenfalls genannt – obwohl sie wissen, dass der Flugplatz eine strenge Kontingent-Regelung hat, die in der Praxis so aussieht: Man ruft an und fragt, ob man dort landen kann, die Antwort lautet: nein. Jedenfalls lautet Sie immer dann so, wenn ich anrufe. Das Kontingent sei nämlich seit Monaten ausgeschöpft. Die zerbröselnde Infrastruktur in Oberschleißheim erinnert an einen Landwirtschafts-Flugplatz irgendwo weit im Osten des Kontinents.

Fazit: Ein riesiges Gelände, das optimal als kleiner GA-Airport für München geeignet wäre und von dem aus man die Stadt mit dem Fahrrad erreichen könnte – und der so liegt, dass kaum Anwohner belästigt würden! – wird nicht genutzt, sondern aus Angst vor der Sorte Bürger, die prinzipiell und immer etwas gegen Flugplätze haben, ungenutzt gelassen.

5. Dachau. Im Ernst wurde sogar dieser Graslandestreifen, der überdies nicht frei anfliegbar ist und immer nur der Mini-Werksplatz der Motorseglerfirma Scheibe war, von manchen Politikern als Flugplatz für München ins Feld geführt.

Fazit: unbrauchbar, eher eine Verhöhnung von Piloten.

6. Mein Favorit bei den “Vorschlägen” aber ist der Flugplatz Moosburg a.d. Isar. Selbst diesen kleinen, in den Isarauen gelegenen Sonderlandeplatz 50 Kilometer von München, der jahrelang auf gar keiner Karte eingezeichnet war, haben Münchner Politiker (ich rede aber hier nicht von einem Grünen, sondern von der FDP!) als GA-Platz für München in den Mund genommen.

Fazit (sorry, aber unvermeidbar!): Verarschen können wir uns selbst!

7. Manching ist aber auch ein guter Vorschlag. Es sind ja nur knapp 80 Kilometer nach München, auf der Autobahn. Warum wird eigentlich Nürnberg nicht angeführt? Stuttgart?

Fazit: No Comment! Jeder blamiert sich eben, so gut er kann.
Was die Regierung mit diesen Vorschlägen allerdings auch gesagt hat: Alle diese Städte haben Flugplätze für die Allgemeine Luftfahrt, nur die Hauptstadt mit 1,3 Millionen Einwohnern hat keinen.

 

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Copyright: GOOGLE EARTH

Die “Vorschläge von FDP (!)-Wirtschaftsminister Zeil für Münchner Privatpiloten:
A) Manching. 80 Kilometer von München
B) Moosburg an der Isar. Sonderlandeplatz mit Graspiste
C) Landshut. 70 Kilometer von München, kein Instrumentenanflug
D) Dachau. Sonderlandeplatz, nur mit spezieller Genehmigung. Ungeeignet für alles außer Motorsegler und Ultraleichtflugzeuge. 
E) Jesenwang. Sonderlandeplatz mit 408 Meter kurzer Bahn. Nur für leichte Flugzeuge oder geringer Zuladung. Kein Verkehrsanschluß

Für mich sind das sarkastische Vorschläge eines Luftfahrt-Hassers und nicht welche, die für den FDP-Wirtschaftsminister eines “Hightech”-Staates wie Bayern angemessen sind.

Jetzt ist es nicht so, dass München, zwischen steilen Gebirgsschluchten eingebettet, keine Chance hätte, eine angemessene Infrastruktur für Privat- und Geschäftspiloten zu schaffen. Es ist noch noch nicht einmal so, dass man viel Geld benötigen würde, das nicht vorhanden ist, etwa um einen solchen Platz zu bauen. Nein, München ist in der unglaublichen Situation, dass es in erreichbarer Nähe zur Stadt DREI (!) mehr oder weniger fertige Flugplätze gibt, die nur nicht benutzt und auf Vordermann gebracht werden dürfen. Es gibt Initativen aus Piloten und Geschäftsleuten und Unternehmen, die sich seit Jahren darum reissen, etwas auf die Beine stellen zu dürfen: Werftbetriebe, Charterunternehmen, Flugschulen oder Flugzeughandel.

In alphabetischer Reihenfolge:

FÜRSTENFELDBRUCK, OBERPFAFFENHOFEN und OBERSCHLEISSHEIM  !

Diese Flugplätze existieren, dürfen aber in der Regel weder von anfliegenden Privat-/Businessfliegern genutzt werden noch von Münchner Privatpiloten als Basis für ihre (wenigen) Flugzeuge. Und es gäbe sogar noch einen vierten: Neubiberg, am südlichen Stadtrand und seit Jahren geschlossen und brachliegend.

Schauen Sie sich dieses Szenario mal in “Google Earth” an, und dann versuchen Sie mir bitte zu erklären, weshalb man die bayerische Hightechmetropole nicht mit einer Cirrus, Seneca oder Bonanza anfliegen kann. Warum nicht EINER dieser Plätze so ausgebaut werden könnte, beziehungsweise die entsprechenden Genehmigungen bekommen könnte, damit Privat- und Geschäftspiloten aus München dort eine Heimat haben und die Landeshauptstadt, ihrem modernen Image und Anspruch entsprechend, mit kleineren Maschinen angeflogen werden könnten.

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Copyright: GOOGLE EARTH

Existierende Flugplätze und Flughäfen in der Nähe Münchens, die von Privatpiloten der Allgemeinen Luftfahrt nicht (oder wie im Falle von Oberschleißheim nur sehr eingeschränkt) genutzt werden dürfen.

Dass in MUC, dem Münchner Airport, ein- und zweimotorige Flugzeuge ebenfalls unerwünscht sind, ist dann nur noch das “Icing on the Cake”. Eine zusätzliche, kurze Piste für Privatflugzeuge wäre dort mit einem Minimum an Aufwand installierbar gewesen. Das aber wollte man der Bevölkerung dann aber doch nicht “zumuten”. Bauernopfer Allgemeine Luftfahrt.  

 Update: 20. Juni 2009:

Vor einer Woche war ich im Fernsehen bei BR alpha in alpha forum eingeladen – ein dreiviertelstündiges Interview zu meinem neuen Buch über die Mondlandung.  Zur Sprache kamen auch meine fliegerischen Aktivitäten, und weil die Gelegenheit günstig war (die Moderatorin Frau Hofmann fragt mich, von wo aus ich denn fliegen würde) habe ich mir ein wenig den Münchner Fliegerfrust von der Seele geredet. Sendung wird im Oktober ausgestrahlt, und mindestens einmal wiederholt. Ich werde sie – wenn ich den genauen Termin kenne – hier ankündigen und verlinken!.

6 Kommentare zu “Abakus und Leberkäse”

  1. Th. L.-Hartlmaier

    Hallo,

    dieser Artikel trifft exakt ins Schwarze.

    Ihre zweite Übersicht zeigt sogar noch mehr; warum nicht alle vier Plätze (FFB, Oberpfaffenhofen, Oberschleissheim und Neubiberg) öffenen und den Verkehr entzerren?

    Wir sprechen hier nicht von “grünen Wiesen” die umgewidment und erst noch erschlossen werden müssen; nein alle diese “Flecken Freistaat Bayern” sind bereits vorhandene Infrastruktur und als Flugplatz bestehend bzw. für Neubiberg infrastrukturell bestehend aber nicht mehr genutzt.

    Ist die heutige bayerische “Zurückhaltung” für die GA vielleicht eine Retourkutsche gegen die unter DEM Landesvater Franz-Josef Strauß wohl wollend betrachtete Allgemeine Luftfahrt?

    Aber hatte nicht genau eben dieser mit Weitblick und Verstand, solche Industrie nach Bayern geholt, die Bayern heute zum High-Tech Standort und zum führenden Bundesland erst gemacht hat?

    Ein guter Ansatz für unsere heutige politische Nachfolgegeneration ist, sich über die Visionen und Ideen des Herrn Franz-Josef Strauss im Gesamten Gedanken zu machen und hierin auch die Allgemeine Luftfahrt zu berücksichtigen.

    Mit fliegerischen Grüssen

    Th. L.-Hartlmaier

  2. Andreas Stehmann

    Ein sehr gelungener und engagierter Artikel, der die aus Fliegersicht relevanten Fakten zutreffend beschreibt. Je nachdem, welche Zielgruppe Sie ansprechen wollen, könnte es hilfreich sein, einige Argumente anzufügen, die aus Sicht der Adressaten eine Bedeutung haben (beispielsweise Arbeitsplätze, Wirtschaftsleistung, Technologieentwicklung etc.) Sehr gute Anhaltspunkte hierfür liefert beispielsweise der Artikel “A Marvel, Misunderstood” von William Garvey in der aktuellen Ausgabe von BC&A (william_garvey@aviationweek.com). Falls Gerechtigkeit noch einen Stellenwert hat, könnte man auch darauf hinweisen, dass Segler, Skifahrer, selbst Wanderer und viele andere Interessengruppen schliesslich auch eine Infrastruktur benötigen und haben. Beste Grüße, Andreas Stehmann

  3. C.de Pilar

    Hallo Alexis,

    es wäre sicherlich auch noch Wert zu erwähnen, wie es sich hier mit den
    Landegebühren für die geschundenen Piloten verhält – so hat Landshut
    wegen des SB Betriebes an der Tankstelle zwei Mitarbeiter eingespaart
    und dennoch mal eben die Landegebühren obendrauf noch erhöht –
    schlechtere Leistungen zu mehr Gebühren.
    Obi schneidet da auch sehr schlecht ab wie zB. ein besonderes IFR
    Anflugentgelt auch für einmots, Augsburg nimmt IFR Anflugentgelte
    zusätzlich zur Landegebühr etc etc.
    Recherchier das doch mal für eine brave C 172 mit erh. Lärmschutz.
    In Landshut kostet meine C-T310 R trotz einfachem Lärmzeugnisses 65,00
    EUR, Trainingsrabatt wie in Eggenfelden gibt es nicht, da kann ich
    gleich nach MUC oder AGB fliegen, denn da kostet es nur noch wenig mehr und ich habe ein IFR Anflugverfahren und brauche kein wieder
    “einkassiertes Fliegen ohne Flugleiter”.
    Und Fürsty, jetzt wo BMW doch nicht mehr will oder kann ?
    Wäre doch perfekt……

    Servus

    C.de Pilar
    _____________________________________________________________
    Carlos de Pilar

    amtlich anerkannter Luftfahrt-Sachverständiger des Luftfahrtbundesamtes
    Examiner D-598, CRE, IRE auf SEP, MEP, Cessna Citation Jet C-525,
    Cessna C-501,551
    ATPL und US ATP (single and multiengine Land) Commercial Rotorcraft
    Helicopter, Austrian CHPL
    CRI, Einweisungsberechtigung auf ein- und zweimotorigen kolbengetr.
    LFZ, Cessna Citation Jet C-525, C-501,551, Beech Premier 1 R390
    TRI Helicopter R 44,
    Interner Auditor, DO, FBL, TBL of JAR OPS AOC-Holder
    *www.carlos-de-pilar.de E-mail: mail@carlos-de-pilar.de *
    *82157 Gräfelfing / Munich, Germany, Postfach 1529 ***
    *Tel. 089 / 8542303, Fax: 089 / 853176 *
    _____________________________________________________________

  4. Bernd Ludwig

    Hallo,
    auch wenn der Artikel ins Schwarze trifft, werden wir leider nicht viel erreichen. Auf einen Piloten kommen leider einige 100 Nichtpiloten und das gibt Wählerstimmen, wenn man diese richtig auf die Neid- und Lärmschiene bringt!
    Ich beobachte und leide unter der Entwicklung im Raum München seit den 70 er Jahren. So nebenbei bemerkt, auch unter Strauß ist nicht viel Possitives für die GA geschehen. Zwar standen diverse Flieger von ihm (oder wer auch immer sie für ihn kaufen und unterhalten durfte, er nutzte sie nur mehr oder minder kostenlos) in Neubiberg zeitweise herum, von der sagenhaften blau weiß schwarzen Piper Aztek mit dem Kennzeichen DICSU – damals hatte man noch Mut und fürchtete auch keine Terroristen -über eine Beech Musketier zur Navajo D IDAL. Aber so richtig etwas getan hat Strauß für den Flugplatz Neubiberg oder die GA in München auch nie. So lange die Amerikaner in der Mc. Craw Kaserne anwesend waren, bestanden sie auf Neubiberg als funktionsfähigen Flugplatz, um notfalls ihre Leute schnell evakuieren zu können, falls der kalte Krieg evt. doch mal etwas heißer werden sollte. So bald die Amerikaner die Kaserne aufgaben, ging es auch mit Neubiberg abwärts bis zum bitteren Ende. Man hat dem Platz auf Betreiben eines Landtagsabgeordneten den Interessen einer mit ihm befreundeten, ortsansässigen Baufirma geopfert, die schon lange vor der Entscheidung über die Schließung des Platzes “in kluger Voraussicht Optionsverträge” mit den ortsansässigen Bauern für die in der Flugplatzschutzzone liegenden Äcker und Wiesen abgeschlossen hatte. Heute stehen auf diesen Flächen längst Büro- und Wohnhäuser an denen sich der Inhaber der ehenmals kleinen Baufirma (inzwischen nennt man sich vornehm Firmagruppe) dumm und dämlich verdient hat.
    Offiziell waren es natürlich Lärmgründe, die man (=die damals alleinregierende CSU) vorschob, um von den wahren Interessen im Hintergrund abzulenken. Dafür wurden zig Millionen ehemalige Steuergelder geopfert, die nicht nur in eine heute noch intakte Landesbahn sondern auch in eine teuere und heute noch zu erhaltende Autobahnunterführung unter der Landebahn investiert worden waren.
    Auch in Riem waren es mehr parteitaktische Interessen als Sachverstand, die die Entscheid gegen eine Verlegung der Landenbahn nach Osten und eine Erhaltung als Messeflugplatz bedingten. Wie mir ein befreundeter Landtagsabgeordneter der Endzeit von Riem erzählte, hatte sogar er diese Verlegung vorgeschlagen so wie er auch den Verschiebebahnhof durchgesetzt hatte, aber leider sei ihm ein Parteifreund aus dem Münchner Osten kräftig in den Rücken gefallen, der um seine Wählerstimmen fürchtete. Pikanter Weise ist dieser Abgeordnete, der das Ende von Riem mit betrieb, selbst Pilot und war dann später für die Messe München tätig, die heute das ehemalige Riem Areal für sich beansprucht. Daß der gleiche Landtagsabgeordnete später des öfteren eine Zweimot angemietet und selbst geflogen hat, um irgendwelche Partnermessen im Süden zu besuchen, kann ja nur Zufall sein.
    So wie für Neubiberg und Riem ließen sich sicher die Hinterungsgründe für die Nichtverfügbarkeit von Fürstenfeldbruck und Oberschleißheim für dort Ortsansässige, die in die verschiedenen Beziehungen von Politilkern, Grundbesitzern und Baufirmen besser informiert sind, genauer durchleuchten. Leider ist es nämlich absolut illusorisch, sich auf Politiker zu verlassen, daß diese primär etwas im Interesse der Bevölkerung oder der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes tun. Leider interessiert diese überwiegend nur, “wie werde ich wiedergewählt, wie kann ich mir meine Pfründe erhalten und diese evt. noch ausbauen, wie kann ich in der politischen Stufenleiter aufsteigen”. Leider hat mich meine Lebenserfahrung mit Politikern -. ganz gleich welcher politischen Richtung – zu diesem Sarkasmus gebracht. Der neue bayerische Wirtschaftsminister Zeil (ich habe diese Herrschaften von der FDP leider auch selbst gewählt und noch kräfig für diese Reklame gemacht) kann gar nicht so dumm sein, daß er den Quatsch, den er zur allgemeinen Luftfahrt und den dafür angeblich verfügbaren Plätzen im Raum München von sich gab, selbst glaubt. Wenn das sein Beitrag zur Wirtschaftsförderung in Bayern sein soll, dann Gute Nacht!
    Bernd Ludwig

  5. Kurt Weber

    Liebe Piloten und Flugzeug-Eigner Münchens,
    egal in welche kleinere oder größere Stadt Europas man fliegt, man kommt eigentlich überall zu relativ anständigen Konditionen runter.
    Nur in München nicht.
    Es ist eine Schande, anfliegenden Gästen gegenüber eingestehen zu müssen, den Service nicht bieten zu können, den man in deren Heimat mit größter Selbstverständlichkeit bekommt.
    In diesem Sinne schäme ich mich, ein Münchner zu sein. Und freue mich ganz offen über die offenen Arme, mit denen ich und mein Flugzeug andernorts Aufnahme, Hangarplatz und anständige Öffnungszeiten zu jeder Jahreszeit bekommen.
    Ein ziemlich frustrierter Kurt Weber

  6. Thomas Godehus

    Liebe Trauergemeinde ! Fürsty ist tot, es lebe Fürsty! Wie sind seit Jahren in diesem Land der Anti-Flugbetrieb-Bürgerinitiativen und der Politbürokratie von Tragödien umgeben. Tempelhof ist dicht; ein Mega-Schildbürgerstreich, der sich noch bitter rächen wird. Neubiberg ist gestorben. Oberschleissheim will seine Ruhe, und auch der Flugbetrieb dort wird bald in Frieden ruhen. Der Tower wurde bereits abgerissen, dafür wird jetzt in direkter Startbahnnähe ein “Jugendhaus” gebaut. Ich seh schon die lieben Kleinen und ihre Mütter Panik-Plakate malen, darauf abstürzende Flugzeuge… alles schon mal da gewesen… auch in Hamburg-Finkenwerder, wo Airbusse gebaut werden, und rund um den Regionalflughafen Lübeck. Also entstehen die Arbeitsplätze eben in Irland, Frankreich, Indien und China. Die Oberpfaffenhofen-Betreiberfirma zeigt keine Ambitionen, sich für ansässige oder “transient” Geschäftsfliegerei zu öffnen. Hören tut man von denen nix, umso mehr jedoch von den Dörfern im Umland. Und doch gibt es Hoffnung! Egelsbach kommt voran und wird zum “busiest general aviation airport of Germany”. Sogar Kassel Airport bekommt öffentliche Gelder, warum auch immer… Warum also soll der wunderbare grosse Fürstenfeldbrucker Flugplatz nicht eine neue Zukunft erhalten? Wunder gibt es immer wieder! Wie hesst es so schön in der Kirche? “Auferstanden von den Toten…” Das würde ich mir wünschen. Und so hoffen wir auf den Engel Aloysius, dass er der bayrischen Landesregierung und den Privinzfürsten endlich die göttliche Weisheit bringen möge. Luftfahrt tut not, und die Geschäftsfliegerei hat auch beio uns eine grosse Zukunft: Umsatz, Arbeitsplätze, Effektivität und Freude am Leben. Gerade die Bayern waren zu Franz-Josef´s Zeiten so genial, den neuen Grossflughafen im Erdinger Moos zu bauen. Hamburg und Schleswig-Holstein haben es nicht geschafft, das bereits erworbene Land rund um Kaltenkichen mit einem neuen Grossflughafen zu bebauen, die Scholle liegt brach als ökologische Ausgleichsfläche für HH-Fuhlsbüttel.
    Möge die Vernunft siegen. Möget ihr FFB-Protagonisten reiche Sponsoren finden, die wissen, wie wichtig die Geschäftsfliegerei ist. Ja ! Sowas wie BMW! Und die Quandts! Good luck! Ich werde jetzt Mitglied bei Euch !

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